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In Nürnbergs Südstadt fängt es an. Barrierefrei durch Technik und Semantik.
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Südpunkt Nürnberg - ein Passivhaus für Bildung

Bild Südpunkt Nürnberg - ein Passivhaus für Bildung Stehend von rechts: Nürnbergs OB Dr. Ulrich Maly, Baureferent Wolfgang Baumann, Kulturreferentin Prof. Julia Lehner, Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck. Kniend: Dr. Wolfgang Eckart vom Bildungszentrum.
Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de

Richtfest am Südpunkt, dem größten Nürnberger Ziel-2-Projekt: Im Januar 2008 feierten Stadt und Fördergeber von Land, Bund und Europäischer Union gemeinsam den Rohbau. In dem teilweise denkmalgeschützten Gebäude an der Pillenreuther Straße im energiesparenden Passivhaus-Standard wollen noch in diesem Jahr Bildungszentrum BZ, Amt für Kultur und Freizeit sowie Stadtbibliothek ihr gemeinsames "Lernwerk" starten.
Der Südpunkt (geschrieben: Süd.) in Nürnberg nimmt Gestalt an: Ein denkmalgeschützter Altbau, um 1900 errichtet, wird zusammen mit einem Neubauteil ein wahres Zentrum für Bildung in der Südstadt beheimaten. Das komplette Projekt entsteht für 17,1 Millionen Euro als "erstes öffentliches Passivhaus", wie Maurerpolier Josef Fries beim Richtfest erläuterte. Laut dem städtischen Baureferenten Wolfgang Baumann betragen die Mehrkosten für die Niedrigst-Energie-Ausführung des Gebäudes eine halbe Million Euro.

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Das innovative, städtische Bauvorhaben sei "das größte von 100 Projekten, die aus EU-Ziel2-Mitteln finanziell unterstützt werden", verkündete Wirtschaftsreferent Roland Fleck. Er gab zu, dass die Stadt große finanzielle Unterstützung auch vom Land Bayern erhalte: "Ansbach und München haben immer wieder Hunderdtausende Euro aus den Rippen geleiert." Das Team des Kommunalen Energiemanagements KEM werde "das Passivhaus Südstadtforum nach der Fertigstellung mehrere Jahre messtechnisch zu begleiten, um etwa Energieverbrauch, Raumluftqualität, und Anlagenfunktion über den Jahresverlauf festzustellen und für ähnliche Projekte auszuwerten", verspricht die Stadtverwaltung.

Nürnbergs OB Ulrich Maly dankte vor allem der EU und dem Freistaat: "Ohne deren gute und großzügige Unterstützung hätten wir das Projekt wohl nicht im Haushalt untergebracht." 7,1 Mio. Euro seien zugesagt für diesen "Quantensprung in der öffentlichen Infrastruktur"; nun müsste nur noch die "Deadline für Abrechnungen eingehalten werden", drückte Maly aufs Bautempo.

Der mittelfränkische Regierungspräsident Thomas Bauer gab den "Dank an die Stadt Nürnberg zurück; die war ein Super-Partner", und wünschte schon "viel Freude mit der neuen Lebenswelt." Auf die ist bereits im Rohbau Kulturreferentin Prof. Julia Lehner "äußerst stolz. Hier werden das Amt für Kultur und Freizeit KuF, das Bildungszentrum und die Stadtbibliothek künftig an einem Ort zusammenarbeiten."

Lehner sprach von "drei städtischen Referaten im Dreiklang", wollte aber wohl die Gemeinsamkeit von Kultur-, Wirtschafts- und Schulverwaltung herausstellen. Vergessen hat sie dabei die Bauämter. Dabei sei bereits das Gebäude "gebautes Programm: Eine gebaute Idee mit enormem Schub für die Südstadt", wie Baureferent Wolfgang Baumann lyrisch erklärte.

Vor allem den künftig sehr geringen Raumwärmebedarf der 3.652 m² Nutzfläche in fast 20.000 m³ Neubau und 3.700 m³ sanierter Bausubstanz stellte Baumann heraus. "Ein ehrgeiziges ökologisches Ziel" von Verwaltung und Architekten: "Im Vergleich zu einem Standardneubau etwa 75% weniger CO2 in die Umwelt freisetzen" werde der Südpunkt im Betrieb. Ob es wirklich so kommt, soll ein begleitendes Messprogramm bestätigen, das von Deutscher Bundesstiftung Umwelt und Bayerns Wirtschaftsministerium mit 150.000 Euro gefördert wird. Der Wunsch nach wenig Energieverbrauch soll u.a. mit neuartigen Fassadenmaterialien erfüllt werden: Bildungszentrums-Direktor Wolfgang Eckert brannte bei deren Inaugenscheinnahme schon sichtlich auf die Einweihung.

Diese Feier steht in diesem Herbst an: Das optische Juwel Südpunkt soll dann "ein Knotenpunkt für die Bildungs- und Qualifizierungsoffensive in der Südstadt werden." Was in diesem Stadtteil angesichts der Probleme - viele Menschen mit Migrationshintergrund - auch dringend angesagt sei: Das bestätigt die Stadtverwaltung.

Energie und Kosten: Schlagworte "Lernwerk Süd"

  • luftdichte Passivhaus-Gebäudehülle
  • optimierte Bauteile bei Dämmung und Verglasung
  • umschaltbare Erdsonden-Wärmepumpe heizt Übergang des Neubaus und kühlt EDV-Räume sowie Veranstaltungssaal
  • Zuluft-Erdreichwärmetauscher
  • zentrale Zu-/Abluftanlagen mit Rotations- und Plattenwärmetauschern zur Wärmerückgewinnung
  • maschinelle Nachtlüftung
  • Nutzung der Gebäudemasse als Speicher
  • Restheizung über Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung
  • aktive Kunstlichtsteuerung und außenliegender Sonnenschutz
  • Tageslichtnutzung
  • Energiespar-Leuchten und -Geräte
  • Wasserspartechnik
  • Kosten: 14.890.000 Euro (ohne Grundstück)
  • EU-Ziel2-Förderung: 7.392.700 Euro
  • DBU-Förderung: 125.000 Euro

Weitere Info: Tel. 0911-231-4223

Hier kommen Sie zum Bericht über die Einweihung des Südpunkt im Januar 2009.

Stand: 30.03.2008
Autorin/Autor: Heinz Wraneschitz

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