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In Nürnbergs Südstadt fängt es an. Barrierefrei durch Technik und Semantik.
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Südpunkt - ein Haus des Wissens und der Energie-Einsparung in Nürnbergs Südstadt

Bild Südpunkt - ein Haus des Wissens und der Energie-Einsparung in Nürnbergs Südstadt Südpunkt Farbimpressionen
Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de

Südstadt-Bürgerinnen und -Bürger sind zum Eröffnungswochenende vom 9. bis 11. Januar 2009 eingeladen. Der neue Südpunkt sei "das neue Haus für Bildung und Kultur in der Südstadt Nürnberg", lautet die Selbstbeschreibung der Südpunkt-MacherInnen. Das hochmoderne Kommunikationszentrum in der Pillenreuther Straße 147 öffnet für die "ortsverbundenen Südstädter" - aber nicht nur für die - am 9. Januar 2009 erstmals seine Pforten.
Das Wochenende der Eröffnung vom 9. bis 11. Januar 2009 habe es in sich; davon könne sich jeder selbst überzeugen: "Wir zeigen einen Querschnitt durch unser gesamtes Programm", kündigt das Leitungsteam um Südpunkt-Koordinatorin Eva-Maria Singer an.
Vom Didgeridoo, dem australischen Blasinstrument mit dem dumpfen Klang, oder vom argentinischen Tango kann man sich verführen lassen. Ob Selbstverteidigung oder "Morphing für Kids" - das Entstellen fotografierter Gesichter also: Kinder finden viel Interessantes.

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Foto mit Blick durch die Fenster des Südpunkt auf die hilstorische VillaBlick durch die Fenster des Südpunkt auf die historische Villa
Foto: Heinz Wraneschitz
Geheimnisse der Magie sind zu ergründen - oder "Patchwork - das Konzert" zu genießen. Gerade diese bunt zusammengewürfelten Klangkünstler lassen schon im Vorfeld Musik im Kopf entstehen. Flötist und Weltmusiker Dieter Weberpals; Achim Goettert am (Mini-)Saxofon; Ferenc Babaris Violine; Fee Kuhn, die immerjunge Sängerin; Bardentreffen-Organisator Charly Fischer mit Fränkischem; oder der geniale Bassist Norbert Meyer-Venus, der schon mit (fast) allen deutschen Größen zusammengespielt hat: Sie alle und noch viel mehr Musiker werden - moderiert von Radio-Z-Frau Kiki Schmidt - das Beste geben und alle Gäste im Saal des Südpunkt bei der Eröffnung begeistern, das ist heute schon sicher.

Foto mit der Fassade des Passivhauses SüdpunktDie Fassade des Passivhauses Südpunkt
Foto: Heinz Wraneschitz
Seinen Besuchern bietet der Südpunkt Einmaliges, und das in zweierlei Hinsicht:
Da ist zum Einen das Energetische: Im ganzen Haus gilt das Gebot "Energiebewusstsein." Der grün-orange schimmernde Neubau ist in Passivhausbauweise errichtet: Für die Heizung wird demnach weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr benötigt; den Strombedarf für Beleuchtung, Computer oder Kaffeemaschinen eingerechnet sind es zwölf l/qm x a. Wobei auch das mit dem Öl nicht stimmt: "Die Besucher sind Teil der Energiebilanz"; die wenige benötigte Wärme, die nicht von den erhofften 800 Gästen täglich abgestrahlt wird, holt eine Wärmepumpe aus dem Boden ins Haus mit 5.300 Quadratmeter Nutzfläche. "Mindestens europaweit einmalig" werde die Passivhaustechnik an einem Gebäude mit einer solchen Bildungs- und Treffpunkt-Funktion angewendet, erklärt die Südpunkt-Koordinatorin Eva-Maria Singer. Und auch der renovierte Villenflügel des Südpunkt aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts ist so gut wärmegedämmt, dass zur Beheizung weniger Energie aufgewendet werden muss, als die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) vorschreibt.

Zum Zweiten ist es in den meisten Großstädten kaum üblich, dass zwei städtische Ämter aus unterschiedlichen Referaten unter einem Dach sowie einem gemeinsamen Führungsteam denken, organisieren und arbeiten. Im Südpunkt sind es gleich drei Stadt-Organisationen, nämlich die Stadtbibliothek, das Amt für Kultur und Freizeit KUF, sowie das BZ, die Nürnberger Volkshochschule, Bildungszentrum genannt. Stadtteilladen, Weiterbildungseinrichtung, Bücherei, Kulturtreff, Eckkneipe: All das will der Südpunkt sein.

BZ-Mitarbeiterin Singer, Gottfried Rimmele vom KUF und Julia Heinz, die Leiterin der Stadtteilbibliothek, bilden das Leitungsteam des Südpunkt. Die Zusammenarbeit der drei Organisationen in einem Haus werde sich befruchtend auf "neue Formate und Methoden auswirken. Wir werden verstärkt neue Inhalte anbieten, wie beispielsweise After Work-Kurse", versprechen die drei Koordinatoren mit Eva-Maria Singer an der Spitze.

Sieben Tage pro Woche soll der Südpunkt offen für Besucher sein - von Montag bis Sonntag jeweils von 8 bis 23 Uhr. Der "Infopunkt" - die Empfangstheke also - ist täglich von 8 bis 21 Uhr besetzt: Hier werden die Gäste in 80 Sprachen "Willkommen" geheißen - zumindest in Druckschriftform. Kurse gebe es verstärkt auch in Ferienzeiten, heißt es. Nur "zwischen den Jahren" werde der Südpunkt zwei Wochen schließen - weitere Betriebsferien seien nicht geplant.

Weil in der Südstadt "Menschen aus über 100 Nationen leben, legen wir viel Wert auf fremdsprachliche Literatur. Wir bieten Fremdsprachenkurse nicht nur mit deutschen, sondern insgesamt zwölf Führungssprachen an, sogar mit Russisch. Und in der Bibliothek wird eine Mitarbeiterin mit türkischem Hintergrund arbeiten, die teilweise auch am Empfang steht": Die Südpunkt-MacherInnen wollen damit zeigen, dass sie ihre "Kundschaft" genau kennen. Analysen gingen dem inhaltlichen Konzept voraus: In den Stadtteilen von Steinbühl bis Gibitzenhof leben viele Immigranten und deren hier in Deutschland geborenen Nachkommen.

Bewährtes der bisherigen Kulturläden der Südstadt werde weitergeführt, verspricht das KUF und nennt als Beispiel "die Südstadtgespräche oder das Südstadtfest." Doch der Südpunkt sei künftig "der zentrale Ort der Südstadt, wo alles zusammenkommt": der Veranstaltungssaal mit 200 Sitzplätzen biete sich hierfür geradezu an.

Die Räume des Neubaus lassen sich mit einem Wort beschreiben: Transparent. Die großen Passivhausfenster ermöglichen den Blick nach draußen - und wenn innen Licht an ist, können die Passanten auf die Lernenden blicken: "Lernen NICHT hinter verschlossenen Türen" laute das Motto des Südpunkt.

Kleiner Spaß am Rande: Im laut Eva-Maria Singer "dank der Sparkassen-Zukunftsstiftung toll ausgestatteten Sprachlernzentrum kann man sogar Arabisch in acht Stufen lernen. Das dafür notwendige Programm stammt aus der Quelle BND". So hätten die Anti-Terrorismus-Aktivitäten des Bundesnachrichtendienstes, des deutschen Auslandsgeheimdienstes sogar positive Auswirkungen auf die Arbeit des Nürnberger Bildungszentrums und speziell des Südpunkts, grinst BZ-Dame Singer.

Stand: 28.12.2008
Autorin/Autor: Heinz Wraneschitz

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