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In Nürnbergs Südstadt fängt es an. Barrierefrei durch Technik und Semantik.
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ETZ - das energietechnologische Zentrum Nürnberg

Bild ETZ - das energietechnologische Zentrum Nürnberg ETZ-Leiter Erich Maurer vor dem Gebäude an der Landgrabenstraße (neben ihm ein Savonius-Windrotor)
Foto: Heinz Wraneschitz

Über dem Eingang an der Landgrabenstraße 100 steht lapidar "ETZ Nürnberg". Doch wer hat sich beim Gang oder der Fahrt über den "Südstadt-Boulevard" noch nicht gefragt: Was ist eigentlich drin in dem roten Backsteinbau am westlichen Eck des früheren Siemens-Zählerwerks Nürnberg? Suedstadtportal.de lüftet das Geheimnis: Hinter dem Kürzel ETZ und der automatischen Eingangstür steckt Deutschlands erstes Energie-Technologisches Gründer- und Innovationszentrum.
Das Energietechnologie-Zentrum ETZ Nürnberg ist anders als "normale" Innovations-, Technologie- oder Gründerzentren. Seit 2001 gilt: Gerade hier "kennt man sich und spricht miteinander, entwickelt Ideen. Diese oft kleinen Gründerfirmen aus dem Energiebereich haben ein gemeinsames Feeling entwickelt", stimmen regionale Politiker und Firmenvertreter überein.

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Wie einst Werner von Siemens...

Vielleicht beflügelt es die Ingenieure, im ETZ an energietechnisch historischer Stelle zu arbeiten: Hier, in Nürnbergs Südstadt, soll Werner von Siemens 1866 die erste Dynamomaschine gewickelt haben. ETZ-Leiter Erich Maurer berichtet von "20 abgeschlossenen Projekten mit etwa 50 beteiligten Firmen" seit Bestehen des Energiekompetenzzentrums: Für die gesamte bisherige Projektsumme von 15 Mio. Euro hat Maurer etwa sechs Mio. Euro Fördermittel von Land, Bund, EU akquiriert. Ein großer Geldsegen sprudelte aus der Hightech-Offensive der Bayerischen Staatsregierung, auch Allianz Bayern Innovativ genannt. Von AQUAcubic, einer "energieeffizienten, dezentralen Meerwasserentsalzung" bis "Vorbildliche energieeffiziente Wohngebäude" spannen sich die Themen. Auch die flexible, gedruckte Solarzelle von Konarka wurde hier serienreif gemacht.

Zukunftsgerichtete Arbeitsplätze

Etwa 125 Mitarbeiter gehen hier inzwischen tagtäglich ihrer hochspannenden Arbeit nach: 25 Firmen haben zurzeit Mietverträge mit der "Siemens Technopark GmbH, die das ganze Areal einschließlich Gugelstraße vermarktet", wie Erich Maurer erzählt. Der Diplom-Wirtschaftsingenieur war bis Mitte 2007 offizieller Leiter der "ETZ-Geschäftsstelle". Dann gab die Energieagentur Mittelfranken e.V. die Trägerschaft an die "Energieregion GmbH" ab: An der ist der gleichnamige Verein mit 95 und die Stadt Nürnberg mit fünf Prozent beteiligt.

"Von 2001 bis 2007 war die ETZ-Geschäftsstelle für die Mieterakquisition und den Aufbau der regionalen Vernetzungsplattform zuständig", erinnert sich Maurer: Es gelang ihm, Fraunhofer-Forscher, das "Institut für Energie und Gebäude IEG" der Ohm-Hochschule Nürnberg oder das ECPE, das Europäische Leistungselektronik-Netzwerk ebenso zu gewinnen wie innovative Firmen vom Schlage eines weltweit tätigen Blitzschutzunternehmens Dehn GmbH.

"Ausverkauft!"

Doch die Räume sind voll; Erweiterungsmöglichkeiten seien "derzeit nicht abzusehen, die anfängliche Aufgabe Firmenansiedlung ist damit erledigt. Jetzt bauen wir an einem virtuellen ETZ-Netzwerk", beschreibt Erich Maurer seine neue Aufgabe: "Wir versuchen weitere Projekte mit Energieregions-Vereinsmitgliedern und ETZ-Firmen voranzubringen. Aber wir vermarkten inzwischen auch erfolgreich Dienstleistungen selber: Kommunales Energiemanagement, Endenergie- und CO2 Bilanzen oder ökologische Bauleitplanung für Städte; Sanierungskonzepte für Gebäude - also eigentlich Aufgaben, die normalerweise eine regionale Energieagentur übernimmt." Doch die bisherige mittelfränkische EAM hat sich ziemlich aus der Öffentlichkeit zurück gezogen: Gute Chancen also für das Netzwerk aus ETZ-Firmen, Maurer und Co.

"Diese Konzentration an energietechnischem Knowhow findet man in keiner anderen europäischen Region so gebündelt: Wir sind also geradezu prädestiniert, uns Energieregion zu nennen", erklärt mit für Franken ungewöhnlichem Stolz in der Stimme Gerd Schmiedehausen, der Doppel-Geschäftsführer des Kompetenzvereins "Energieregion e.V." und der Energieregion GmbH. Damit meint er einerseits die "über 50.000 Arbeitsplätze; fast 600 Firmen, die sich mit Energiethemen beschäftigen, 10 Milliarden Euro Bruttoinlandsprodukt erzeugen, und das mit 40 Prozent Exportquote."

Das einzige seiner Art...

Doch Gerd Schmiedehausen verbindet damit auch, was sich mitten in Franken - genauer: im ETZ in der Nürnberger Südstadt - im letzten Jahrzehnt entwickelt hat. Im wahrscheinlich immer noch einzigen Energietechnologiezentrum seiner Art in Deutschland. Und für das er seit gut einem Jahr die Verantwortung trägt.

Stand: 10.10.2008
Autorin/Autor: Heinz Wraneschitz

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