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In Nürnbergs Südstadt fängt es an. Barrierefrei durch Technik und Semantik.
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Der Wunsch der Stadtverwaltung: Ohne Pause weiter aufwärts mit der Südstadt

Bild Der Wunsch der Stadtverwaltung: Ohne Pause weiter aufwärts mit der Südstadt Hat immer das Ohr an der richtigen Förder-Muschel: Nürnbergs Wirtschaftsreferent Dr. Roland Fleck
Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de

Preis für bisherige Südstadtentwicklung / Wechsel von Quartiermanagement auf Gebietsteam Südstadt soll sich nicht negativ auswirken
"Preis für Nürnberger Südstadtentwicklung" lautete kürzlich eine Presseinfo der hiesigen Stadtverwaltung. Den "Preis für ihre herausragende, integrierte Stadtentwicklung in der Südstadt" hatte Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee persönlich an die Delegation der Frankenmetropole überreicht. Die Angst von SüdstädterInnen, mit der Preisverleihung wäre das städtische Engagement für die Stadtteile Steinbühl oder Galgenhof abgepfiffen worden, nennt das zuständige "Amt für Wohnen und Stadterneuerung" völlig unbegründet.
Die Befürchtung, nun sei Schluss mit der Südstadtentwicklung, liegt nahe. Denn das letzte Aufschwungs-Jahrzehnt für das "Viertel mit den Armutsschluchten" (Zitat Sozialreferent Reiner Prölß) stand ganz im Regen der öffentlichen Unterstützung durch EU-Ziel-2-Gelder und Mittel aus dem Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt". Doch der Nürnberger Wirtschafts- und Stadtentwicklungsreferent Dr. Roland Fleck beschwichtigt: "Die Auszeichnung sollte allen Beteiligten ein Ansporn sein, diesen Weg mit Elan weiterzugehen und den begonnenen Prozess der wirtschaftlichen und sozialen Erneuerung zum Wohle der Südstadt gemeinschaftlich fortzusetzen. Sie bestätigt, dass wir mit unseren Bemühungen der integrierten Südstadtentwicklung und referatsübergreifenden Zusammenarbeit den richtigen Weg eingeschlagen haben."

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Den Preis habe die Stadt redlich verdient, so Dr. Fleck, denn: "Wegweisende Bau-Projekte sowie sozial-integrative Maßnahmen für Kinder, Jugendliche und Senioren sind nur einige wenige Beispiele für eine gelungene Südstadtentwicklung in den vergangenen Jahren."

Wie berichtet, flossen gut siebzig Millionen Euro aus Brüssel, Berlin und München in Vorzeigeprojekte wie Südstadtforum, etz, Südpunkt und über 100 mehr. Kein Wunder, dass Amtsleiter Hans-Joachim Schlößl aus dem Amt für Wohnen und Stadterneuerung im Wirtschaftsreferat zufrieden erklärt: "Die Südstadt hat in den vergangenen Jahren eine massive Standortaufwertung erfahren. Sie ist ein attraktiver, lebendiger und kulturell vielfältiger Stadtteil, in dem noch viele Schätze verborgen liegen. Diese Schätze zu heben und Erreichtes nachhaltig zu verankern, wird eine wesentliche Herausforderung für die Zukunft sein."

Ein Wermutstropfen bleibt! Ende Juni lief das Mandat für das von der Stadt beauftragte Quartiersmanagement Galgenhof / Steinbühl um den engagierten und allgemein akzeptierten Fachmann Stefan Boos aus: Dessen Büros lagen im 'Südstadtforum', mitten im Quartier und damit für die Betroffenen jederzeit erreichbar. Nun wurde mit Anni Vogl vom Amt für Wohnen und Stadterneuerung eine Quasi-Boos-Nachfolgerin vorgestellt: Vogl leitet das "Gebietsteam Süden" (GT-S), in dem Abgesandte aus verschiedensten Referaten und Ämtern der Stadtverwaltung zusammenarbeiten. Das GT-S soll sich im Rahmen des stadtübergreifenden Projekts koopstadt in den nächsten Jahren um den gesamten Süden Nürnbergs kümmern: Um über 100.000 Einwohnern auf etwa 1.000 Hektar Fläche - also um wesentlich mehr als "nur" Galgenhof und Steinbühl.

Künftig werden also die Verwaltungsmitarbeiter des GT-S offizielle neue Ansprechpartner für die (oft alten) Probleme und Wünsche der Netzwerke sein. Gleichwohl bekräftigt Anni Vogl: "Die Südstadt wird auch weiterhin im Fokus der Stadtentwicklung bleiben. Wenn auch die Mittel sicherlich wesentlich spärlicher fließen werden." Und sie ergänzt: "Nach Beendigung des Quartiermanagements in Galgenhof/Steinbühl wird die NOA (gemeinnützige Noris-Arbeit GmbH; d. Red.) mit Partnern aus der Stadtverwaltung und dem Bürgerverein Süd die Gebietsstrukturen weiterhin am Laufen halten."

Foto von der Verleihung des Stadtentwicklungspreises in Berlinv. r. n. l. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee, Hans-Joachim Schlößl und Dr. Petra Morschheuser (Amt für Wohnen und Stadterneuerung), Stadtrat Gerald Raschke (als Vertreter des OBM)
Foto: Peter Wieler

Bereits am 2. Juli, also direkt nach Ende des Boos'schen Mandats, habe es ein Treffen des Trägerkreis Südstadt mit dem bisherigen Quartiermanagement und dem neuen Gebietsteam gegeben; mit positiven Signalen seitens der Südstädter, ist zu erfahren. "Für uns ist die neue Aufgabe eine große Herausforderung, aber keine Überforderung", erklärt Vogl. Denn in der Verwaltung habe man ja bereits viel Erfahrung mit Stadtteilentwicklungen wie "Weststadt und das Altstadtkonzept." Dass die "nicht so öffentlichkeitswirksam wie in der Südstadt" liefen, lag laut der Gebietsteamchefin wohl auch daran, dass dort wesentlich weniger Fördergelder zur Verfügung standen.

Für Bürger bestätigt das kaum bekannte Altstadtkonzept dagegen das allgemein bekannte Vorurteil, nur wenige Verwaltungsmitarbeiter seien dazu fähig, die Arbeit der Stadtteilentwicklung für alle öffentlich und nachvollziehbar zu machen. Dazu passend, lud eine behördenhaft unverständliche Presseerklärung aus dem Wirtschaftsreferat zum Start von koopstadt ein: "Um die Integrierte Stadtentwicklung in Nürnberg neu aufzusetzen, sollen laufende und geplante Aktivitäten der unterschiedlichen Geschäftsbereiche der Verwaltung sowie aller wichtigen Akteure unserer Stadt mit den 'koopstadt'-Ansätzen verknüpft werden", hieß es damals. 'koopstadt' ist übrigens ein "Kooperationsprojekt, zu dem sich die Städte Nürnberg, Bremen und Leipzig Nürnberg zusammengeschlossen" haben, steht in besagter Presseinfo weiter; dieser Zusammenschluss sei Teil einer "Initiative des Bundes zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik". Und daraus scheinen sich die drei Großstädte neues Geld zu erhoffen (suedstadtportal.de berichtete).

Von anderswo wurden der Frankenmetropole bereits wieder Fördergelder zugesagt: Aus dem Programm "Kooperationen - Pilotprojekte für die Stadtgesellschaft" der "Gemeinschaftsinitiative Soziale Stadt in Bayern". Unter den 51 ausgewählten Modellprojekten in 32 bayerischen Kommunen – Schwerpunkte: "Integration, Schule/Qualifizierung, Jugend, lokale Ökonomie und Gesundheit" - sind laut Roland Fleck "fünf Nürnberger Projekte, die mit insgesamt 662.000 Euro gefördert werden."

Zwei sind aus der Südstadt dabei: "Das Zentrum Aktiver Bürger Süd für Bürgerschaftliches Engagement in der Südstadt – Galgenhof/Steinbühl. Es möchte Senioren erreichen, die einem neuen freiwilligen Einsatz für gemeinnützige Zwecke offen gegenüberstehen und aktiv im Alter bleiben wollen." Und "Das Fördernetzwerk Südstadtforum in Galgenhof/Steinbühl. Es soll den vielfältigen Aktivitäten der zahlreichen Partner eine gemeinsame Plattform geben, die eine systematische Zusammenarbeit im Sinne einer zielgruppenspezifischen Abstimmung der verschiedenen Angebote ermöglicht. Erfahrungen und Erkenntnisse hinsichtlich der vorhandenen Bedarfe der Zielgruppen im Stadtteil (Jugendliche, sozial Benachteiligte, Arbeitslose, Migranten, Senioren) werden gemeinsam ausgewertet und vorhandene Förderlücken geschlossen. Über die verschiedenen Publikationen der Kooperationsstruktur ("Programm-Broschüre", Internet, Flyer, Plakate) und das geplante "Infocenter" erhalten die Bürger des Stadtteils strukturierte Informationen über Veranstaltungen und die Angebote aller Partner übersichtlich aus einer Hand als Orientierungshilfe", heißt es in der Stadt-Information.

Egal, ob diese Projekte (öffentlichkeits-)wirksam werden oder nicht: Anni Vogl verspricht, dass es mit der Südstadt-Entwicklung weitergehen soll. "Man kann mich auf alles ansprechen wie bisher Stefan Boos. Egal ob Bürger oder Geschäftsinhaber: ich werde mich darum kümmern."

Falls noch nicht bekannt, hier die Kontaktdaten der Gebietsteam-Süden-Chefin Anni Vogl beim "Amt für Wohnen und Stadterneuerung, Abteilung Stadtentwicklung": Telefon 231-3340; E-Mail-Adresse: anni.vogl@stadt.nuernberg.de.

Stand: 14.09.2009
Autorin/Autor: Heinz Wraneschitz

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