zum Inhalt zur Navigation
In Nürnbergs Südstadt fängt es an. Barrierefrei durch Technik und Semantik.
.

Chancenfestival am 15.11.2008 in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche

Bild Chancenfestival am 15.11.2008 in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Nach Workshops zu Bewerbungsthemen und der Lehrstellen- und Praktikumsbörse gab es ein Kulturprogramm von Jugendlichen für Jugendliche. Die Feier mit Musik und Tanz haben sie sich auf jeden Fall verdient - nach einem intensiven und anstrengenden Bewerbungstraining am Vor- und Nachmittag. In den Workshops wurde darüber informiert, was zu einer guten Bewerbung gehört: wie man sich optimal mit seiner Bewerbungsmappe präsentiert, was in Auswahlverfahren erwartet wird, welche Anforderungen an die Allgemeinbildung und an das persönliche Auftreten gestellt werden. Durch diese Vorbereitung gewappnet oder auch verunsichert, wandten sich die Jugendlichen mit ihren Fragen an die Vertreter von Ausbildungsbetrieben. Die kamen in der Mehrzahl aus Nürnberg, einige, wie Aldi und die Arvena Hotels, haben weitere Standorte.

.

"Kann ich bei ALDI ein Praktikum machen?"

Diese Frage wurde von einem jungen Mann lässig in die Runde geworfen, ohne Begrüßung, ohne sich vorzustellen. Zum Standpersonal von Aldi gehörten viele Auszubildende und die reagierten abgeklärt: hier und heute sind auch solche Umgangsformen O.K., die in einem Vorstellungsgespräch gar nicht gut ankommen. Die insgesamt lockere Atmosphäre und die offene und freundliche Art der Ansprechpartner aus den Betrieben waren richtig und wichtig. So trauten sich die Jugendlichen, nach allem zu fragen, was sie wissen wollten. Die künftigen Auszubildenden haben manchmal gar keine, oft aber auch falsche Vorstellungen, und das nicht nur über konkrete Berufe, sondern ganz allgemein über die Arbeitswelt und den Arbeitsalltag. Diese Erfahrung wurde aus mehreren Ausbildungsbetrieben berichtet.

Beispiel: Raumausstatter-Handwerk

Raumausstatter-Handwerk - ein Sessel im Querschnitt - Frau scharren und Herr FleischmannFrau Scharrer - Canapee,
Herr Fleischmann - Fleischmann Raumausstattung GmbH
Frau Scharrer, Chefin von Canapee, und Herr Fleischmann von der Fleischmann Raumausstattung GmbH, Innungsmeister für Nürnberg und Fürth, haben das Südstadtportal über die Ausbildungssituation im Raumausstatter-Handwerk informiert. Sie haben beide ihren Betrieb in der Südstadt und sind zwei alte Hasen, nicht nur in ihrem Handwerk, auch als Ausbilder.

Nach ihren Erfahrungen, denken viele Jugendliche mehr an das Geld, das sie verdienen wollen und weniger daran, dass sie zunächst einmal etwas lernen müssen. Während der dreijährigen Ausbildungszeit sollen sie all die handwerklichen Fertigkeiten erwerben, die Voraussetzung sind für eigene Konzepte zur Ausstattung und Gestaltung von Räumen. Es ist verständlich, dass man von der Entwicklung eigener Ideen träumt, wenn man sich für einen kreativen Beruf wie Raumausstatter entscheidet. Ideen müssen aber auch realisierbar sein und dazu braucht man handwerkliches Geschick und Fachwissen. Die Anforderungen in der Berufschule sind noch dazu recht hoch und auch Azubis mit Mittlerer Reife müssen sich anstrengen, um die Gesellenprüfung zu bestehen.

Aber es lohnt sich für einen Beruf, der vielseitig ist, der Kontakt mit Menschen bietet, in dem man mit den Händen und dem Kopf arbeitet, mit Phantasie und Einfühlungsvermögen. Als Raumausstatter hat man auch interessante Perspektiven: man kann sich auf ein Fachgebiet spezialisieren, z. B. das Restaurieren. Nach der Meisterprüfung kann man einen eigenen Betrieb gründen oder ein Studium absolvieren mit einem Abschluss als Designer oder Innenarchitekt.

"Wir haben schon Schwierigkeiten, gute Auszubildende zu finden."

Die Branchenaussichten sind auf jeden Fall gut, versichert Herr Fleischmann. Räume schön zu gestalten, liegt nach wie vor im Trend und professionelle Unterstützung ist dabei zunehmend gefragt. Beide Ausbildungsbetriebe beschäftigen ihre Azubis nach der Prüfung ein weiteres Jahr. Danach haben bisher alle stets eine gute Stelle gefunden. Canapee ist ein rein weiblicher Betrieb und 60 % der dort ausgebildeten Raumausstatterinnen machen sich später selbstständig.

Für den Beruf Raumausstatter bewerben sich Mädchen und Jungen zu etwa gleichen Teilen. Das Interesse für diesen Beruf ist groß genug, schwierig ist es aber, gute Auszubildende zu finden, die bereit und in der Lage sind, das Handwerk von Grund auf zu lernen. Weibliche Azubis sind engagierter, meint Frau Scharrer. Herr Fleischmann lächelt und sagt dazu nichts.

Stand: 22.11.2008
Autorin/Autor: Inge Schorr

Zurück zur Übersichts-Seite

nach oben


Hauptnavigation


.