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In Nürnbergs Südstadt fängt es an. Barrierefrei durch Technik und Semantik.
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Angezählt: Kino Casablanca vor dem Aus?

Bild Angezählt: Kino Casablanca vor dem Aus? Casablanca-Eingang. Foto: Heinz Wraneschitz bildtext.de

Hinweis: Dieser Artikel behandelt den Stand vom 10. März 2009. Aktuelle Informationen finden Sie hier.
Am 31.03.2009 stellt Wolfram Weber den Betrieb des Südstadt-Kinos Casablanca ein. Das bedeutet noch nicht das endgültige Aus für das 1976 eröffnete Hinterhof-Kino mit Kultstatus: eine engagierte Interessengemeinschaft zur Rettung des Casablanca (IG Casa) trifft sich im März 2009 bereits zum 6. Mal. Alle, denen die Zukunft des Casablanca am Herzen liegt, finden ausführliche und aktuelle Informationen unter www.casa-nbg.de.

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Dort wird gleich auf der Startseite gezählt, wie viele Tage dem Casablanca noch bleiben. Das macht den Ernst der Lage richtig deutlich, allerdings ist nicht die Zeit das Problem, sondern das Geld. Genauer gesagt: was ist das Kino noch wert, an dem die Zeit so deutliche Spuren hinterlassen hat: völlig veraltete Technik, muffige Kinosessel, eine Kneipe, in der es zieht und Toiletten, über die wir lieber gar nichts schreiben.

Die Positionen des aktuellen Betreibers - Wolfram Weber - und der hoffnungsvollen künftigen Betreiber des Casablanca sind ganz und gar gegensätzlich, entsprechend ihrer jeweiligen Ausgangssituation. So ist die von Wolfram Weber geforderte Ablösesumme auch vor dem Hintergrund seines jahrelangen intensiven und kreativen Einsatzes für das Casablanca zu sehen. Während er am Ende eines Projekts steht und eine Ablösesumme für von ihm geschaffene Werte errechnet, sieht das künftige Betreiberteam den Neu-Anfang, die notwendigen Investitionen - und dass die abzulösende Ausstattung für die Zukunft des Casablanca nicht so viel wert ist, wie dafür bezahlt werden soll. Dazu kommt, dass das Betreiberteam so viel Geld gar nicht hat. Und alles, was es an Ablöse zahlen soll, wäre aus seiner Sicht einfach futsch, wo es doch an vielen Stellen so dringend gebraucht würde.

Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Steuerungsgruppe der IG Casa um Tina Geißinger (von Beruf Regisseurin und in der Südstadt zu Hause) kümmert sich parallel dazu um ein betriebswirtschaftliches Gutachten über das Casablanca, spricht mit Steuerberater und Notar, lässt sich zur Vereinsgründung und anderen Rechtsformen beraten, entwickelt Programmkonzepte, zusätzlich zum Filmangebot ("Kino plus") und wirbt vor allem unermüdlich dafür, dass es mit dem Casablanca weitergeht. Auf die Frage, wie die Chancen dafür stehen, meint Tina Geißinger, dass 50:50 eine realistische Einschätzung ist. Allerdings lässt es sich vielleicht nicht vermeiden, das Kino eine Zeit lang zu schließen.

Das Südstadtportal findet: Die Südstadt braucht ein Kino und die Südstadt braucht das Casablanca. Wenn Sie nicht nur in Gedanken, sondern auch in Taten Solidarität üben wollen, wenden Sie sich an die IG Casa. Der gemeinnützige Verein wird in Kürze gegründet, die vorläufige Anerkennung der Steuerbegünstigung durch das Finanzamt erfolgt meist umgehend. Sobald vorhanden, wird das Spendenkonto des Vereins veröffentlicht. Denn: das Hauptproblem ist das Geld.

Nachtrag: Am 24.03.09 sind die Rettungsversuche gescheitert. Das Casablanca wird geschlossen. E. S.

Nachtrag 2: Durch eine Privatspende ist es doch möglich geworden, das Casablanca weiterzuführen. Der Trägerverein ist in Gründung. Wir werden weiter berichten. E. S.

Stand: 10.03.2009
Autorin/Autor: Inge Schorr

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